3 Fragen an
Zippora Marti, Trauerrednerin und Designerin für Lingerie
Sie haben ein Jahr lang das gleiche Kleid getragen. Was hat Sie dazu bewogen?
Um ein Zeichen gegen Fast Fashion zu setzen. Es ist unglaublich, wie viele Ressourcen wir, gerade im Westen, verbrauchen. Ein Kleidungsstück wird im Durchschnitt nur zehnmal getragen – ich wollte zeigen, dass es auch anderes geht.
Sie designen und fertigen mit Ihrem Label thoughts of september in Luzern nachhaltige Lingerie und arbeiten nebenbei als Trauerrednerin. Wie ist es zu dieser Kombination gekommen?
Ich komme aus der Textilindustrie, die mich erschreckt hat. Ich habe meinen Kleiderkonsum hinterfragt und verändert – doch nachhaltige, bequeme und schöne Wäsche konnte ich nicht finden, weshalb ich sie dann selber genäht habe. Daraus ist mein Label entstanden - und ich liebe diese Arbeit mit den Händen.
Auch Worte waren für mich schon immer sehr wichtig – seit ich denken kann, suche ich nach schönen Worten für Ereignisse aus meinem Leben. Und wie uns alle betrifft der Tod auch mich – Wo komme ich her und wo gehe ich hin? Diesen Fragen möchte ich nicht länger ausweichen. Die Arbeit als Trauerrednerin passt für mich gut in die Lücke aus eigenen Fragen und der Suche nach schönen Worten.
Beide Jobs, beide Passionen, sind nah am Leben, nah an den Menschen und beide passen sehr gut zu mir und in mein Leben.
Haben Sie Tipps, wie wir Nachhaltigkeit einfacher in unser Leben einbauen können?
Ich mag den Satz von Vivienne Westwood: «Buy less, choose well, make it last.» Kaufe weniger und erfülle dir deine Wünsche nicht sofort.
Wähle gut aus: Kaufe lokal und Produkte mit guter Qualität, die sie sich reparieren lassen. Gib lieber mehr Geld aus für eine Sache als wenig für vieles. Und wichtig: Nimm dir nicht zu viel vor – gehe einen Schritt nach dem anderen.