3 Fragen an

Lior Etter, Co-Gründer & Geschäftsleitung Wasser für Wasser

Wie ist Wasser für Wasser (WfW) entstanden?
Mein Bruder Morris und ich haben WfW aus einem tiefgreifenden persönlichen Schicksal gegründet: Dem krankheitsbedingten Verlust unseres Bruders Basil. Diese Erfahrung hat uns geprägt und dazu geführt, dass wir im Alter von 25 und 22 Jahren WfW gegründet und unsere bisherigen Lebenspläne neu ausgerichtet haben. Morris gab eine diplomatische Laufbahn nach dem Studium der internationalen Beziehungen in Genf auf. Ich beendete meine kurze Karriere als Profi-Fussballer beim FC Luzern.

Was ist das Ziel von WfW?
Wasser ist die Grundlage allen Lebens – für alle und überall. Jeder Tropfen, der jemals auf der Erde existieren wird, ist bereits hier: Rund 1’386 Trillionen Liter. Im Buch Kohelet heisst es: «Alle Flüsse laufen ins Meer, und doch wird das Meer nicht voll. Das Wasser kehrt zu den Quellen zurück und fliesst wieder ins Meer.» Umso wichtiger ist unser Umgang damit: Wir wünschen uns Gesellschaften, in denen sauberes Wasser fair zugänglich, gut geschützt und nachhaltig genutzt wird – für gesunde Menschen und einen gesunden Planeten. Jede Region hat dabei eigene Herausforderungen. So bauen wir derzeit zum Beispiel in Sambia eine professionelle Wasserversorgungsgesellschaft auf, um künftig hunderttausende Menschen mit Leitungswasser zu versorgen und unterstützen in der Schweiz den SAC dabei, Berghütten möglichst flaschenwasserfrei zu machen.

Wird die Idee von WfW in 10 Jahren noch aktuell sein?
Bereits heute steht pro Person weniger Trinkwasser zur Verfügung als je zuvor. Bis 2030 könnte die weltweite Wassernachfrage das Angebot um rund 40 % übersteigen.
Je knapper Wasser wird, desto stärker nehmen Nutzungskonflikte zu. Damit bleibt der Umgang mit Wasser eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. 

Seit Jahren unterstützt die reformierte Kirche Stadt Luzern die Arbeit von WfW.