Arbeitsgruppe Prävention entwickelt Verhaltenskodex
Die Arbeitsgruppe Prävention der Reformierten Kirche Kanton Luzern hat einen Verhaltenskodex entwickelt. Dieser stärkt die Prävention von Grenzverletzungen und unterstützt Angestellte, Behördenmitglieder sowie Freiwillige dabei, Verantwortung bewusst wahrzunehmen und Risikosituationen frühzeitig zu erkennen.
Mittwoch, 24. Juni 2026
Nach einem mehrmonatigen Prozess von Februar bis Juni 2026 hat die Arbeitsgruppe Prävention einen Verhaltenskodex entwickelt. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Kirchgemeinden, Funktionen und Berufsgruppen zusammen. Gemeinsam haben sie ein Instrument geschaffen, welches zur Qualitätssicherung und zur Prävention mit verbindlichen Grundlagen beiträgt. Dieser Kodex unterstützt dabei, mit herausfordernden Situationen umzugehen, diese zu reflektieren und anzusprechen. Dadurch werden heikle Alltagssituationen besprechbar und transparent, die Handlungssicherheit gestärkt sowie eine offene Feedback- und Fehlerkultur gefördert. Gleichzeitig schafft der Kodex Schutz und Rückhalt für alle Beteiligten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Prävention von Grenzverletzungen und Machtmissbrauch. Der Kodex hilft, Risikosituationen sachlich anzugehen und bewusst zu gestalten. Durch klare Verhaltensgrundsätze und eine verbindliche Verpflichtungserklärung werden Grenzüberschreitungen erschwert und mögliche manipulative Strategien frühzeitig erkennbar gemacht.
Perspektiven einbezogen
Die Entwicklung erfolgte in mehreren Workshops organisiert durch die Landeskirche in Zusammenarbeit mit der Fachstelle MachtRaum. Die Vielfalt der beteiligten Personen und Perspektiven wurde von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe als grosse Bereicherung erlebt.
Stimmen zur Zusammenarbeit
«Ich bin durch die Arbeitsgruppe in die Thematik hineingekommen und fand den Prozess sehr spannend. Besonders die Zusammenarbeit mit Menschen mit verschiedenen Hintergründen sowie Berufen hat mir gefallen. Die entstandenen Ergebnisse stimmen mich zuversichtlich für die Prävention vor Grenzverletzungen. Weiter waren die vier Workshops sehr gut organisiert von der Landeskirche und MachtRaum.»
Radenko Vukajlovic, Sigrist Reformierte Kirche Stadt Luzern
«Es war wertvoll, von Beginn an Teil dieses Prozesses rund um die Erarbeitung des Verhaltenskodex zu sein. Die konkreten Umsetzungen werden je nach Kirchgemeinde unterschiedlich ausfallen. Klar ist jedoch: Das Thema Prävention und Schutz vor Grenzverletzungen wird sowohl von unseren Mitgliedern als auch von uns als wichtig erachtet.»
Christine Blaser, Präsidentin ad Interim Reformierte Kirche Willisau-Hüswil
«Die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe hat meinen Blick auf das Thema Grenzverletzungen erweitert. Besonders wertvoll fand ich die Vielfalt der Teilnehmenden und Perspektiven aus unterschiedlichen Berufsgruppen. In den Diskussionen wurde deutlich, dass Grenzverletzungen nicht immer klar erkennbar sind und deshalb Austausch und Sensibilisierung wichtig bleiben. Ich habe viel Wissen zu psychischen, spirituellen, sexuellen und körperlichen Formen von Missbrauch gewonnen. Zudem bin ich gespannt auf die erarbeiteten Instrumente wie Deklaris zur Kommunikation und Administration.»
Andreas Bachmann, Kommunikation Reformierte Kirche Meggen-Adligenswil-Udligenswil
Nächste Schritte
Mit dem Verhaltenskodex setzt die Reformierte Kirche Kanton Luzern einen wichtigen Meilenstein in ihrer Präventionsarbeit. Er bildet eine gemeinsame Grundlage für einen respektvollen Umgang und stärkt das Bewusstsein für Verantwortung, Schutz und Vertrauen in allen kirchlichen Arbeitsfeldern. Die Landeskirche hat seit April in mehreren Veranstaltungen die unterschiedlichen Meilensteine vorgestellt, diese sind unter reflu.ch/praevention abgebildet. Im September sind die Schulungen rund um Deklaris geplant. Mit dem Monitoring-Tool werden administrative Abläufe vereinfacht. Gleichzeitig stellt es sicher, dass die Prävention transparent umgesetzt werden kann. Deklaris ist überdies ein Kommunikationsinstrument, mit welchem auf die unterschiedlichen Schritte bezüglich der Prävention aufmerksam gemacht werden kann.