Prävention und Schutz vor Grenzverletzungen
Die Reformierte Kirche Kanton Luzern hat gesetzliche Grundlagen und ein landeskirchliches Schutzkonzept mit unterschiedlichen Massnahmen geschaffen. Nachfolgend werden diese Massnahmen näher ausgeführt und wie die partizipative Erarbeitung erfolgt.
Seit mehreren Jahren arbeitet der Synodalrat intensiv daran, die Prävention und den Schutz vor Grenzverletzungen in der Landeskirche mit ihren Kirch- und Teilkirchgemeinden zu stärken und zu verbessern. Die Synode hat hierzu die erforderlichen Anpassungen der gesetzlichen Grundlagen beschlossen. Seit Januar 2025 ist zudem eine externe und unabhängige Meldestelle tätig. Diese steht allen offen und bearbeitet Meldungen von Grenzverletzungen im Kontext der Reformierten Kirche im Kanton Luzern vertraulich und unabhängig. Wie die externe Meldestelle erreichbar ist, finden Betroffene unter reflu.ch/meldestelle.
Übersicht der Massnahmen
Die nachfolgenden «Säulen» basieren auf gesetzlichen Grundlagen, Verhaltenskodex, Registerauszügen, Schulungen und Beschwerdemanagement. Dabei gibt es ein Monitoring mit Deklaris sowie eine der Studie von gfs.bern.
Analysieren, evaluieren und weiterentwickeln
Der Synodalrat der Reformierten Kirche Kanton Luzern hat das Forschungsinstitut gfs.bern mit einer Studie zur Prävention und zum Schutz vor Grenzverletzungen beauftragt. Die Befragung von 4‘000 Mitgliedern fand Anfang 2026 statt. Ziele sind eine Situationsanalyse, die Evaluation von bestehenden Strukturen sowie die Weiterentwicklung der landeskirchlichen Präventionsarbeit. Die Ergebnisse werden intern und auch öffentlich präsentiert. Intern Landeskirchlich findet die Präsentation statt am:
- Montag, 16. März, 18.30 bis 19.30 Uhr
Teams-Link
Das landeskirchliche Projektteam
Seitens der Reformierten Kirche Kanton Luzern bilden folgende Personen das Projektteam rund um die unterschiedlichen Themenbereiche: v.l.: Karin Iten (Fachstelle MachtRaum), Markus Pfisterer (Synodalrat Departement Recht), Dr. Lilian Bachmann (Synodalratspräsidentin) und Fabio Hess (stv. Kirchenschreiber).
Investitionen in die Prävention
Im Jahr 2025 hat die Reformierte Kirche Kanton Luzern das Konzept zur Partizipation und Verankerung innerhalb der Landeskirche erarbeitet. Dies in Zusammenarbeit mit der Fachstelle MachtRaum, welche auch die obligatorischen Schulungen durchführen wird. Die Fachstelle verfügt über ausgewiesene Expertise im Bereich Prävention und Schutz vor Grenzverletzungen sowie langjährige Erfahrung in der Begleitung kirchlicher Organisationen in diesen Themen. Anfang 2026 hat eine breit angelegte Arbeitsgruppe – zusammengesetzt aus Fachpersonen sowie Vertretenden aus den Kirch- und Teilkirchgemeinden und der Landeskirche – ihre Arbeit aufgenommen. Sie hat den Fokus insbesondere auf der gemeinsamen Kultur rund um die Prävention und den Schutz vor Grenzverletzungen, einen entsprechenden Verhaltenskodex sowie die Schulungen.
Mitglieder der Arbeitsgruppe
Die Arbeitsgruppe setzt sich aus mindestens einer behördlichen Vertretung aus der Exekutive zusammen sowie aus unterschiedlichen Vertretenden von Berufsgruppen:
- Escholzmatt: Annette Krummenacher, Nicole Studer
- Hochdorf: Mélanie Esenwein
- Horw: Martin Schelker, Joshua Tellenbach
- Luzern: Sonja Döbeli, Rea Fasnacht, Matthias Liberman, Eberhard Rex und Radenko Vukajlovic
- Meggen-Adligenswil-Udligenswil: Andreas Bachmann, Diana Sanchioni
- Reiden : Sandra Bühl, Marcel Zahnd
- Sursee : Karin Stirnimann
- Willisau-Hüswil: Christine Blaser, Andrea Roth
- Wolhusen: Peter Bigler
- Dagmersellen: David Van der Welden
- Landeskirche: Ursula Walti
«Prävention und Schutz vor Grenzverletzungen sind Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Daher investieren wir sehr viel und setzen bewusst auf umfassende, schweizweit einzigartige Ansätze und Massnahmen. Mit Forschung und partizipativen Prozessen entwickeln wir eine Kultur des Dialogs und des Hinschauens weiter.»
Synodalratspräsidentin Dr. Lilian Bachmann
Monitoring und Kommunikation
Parallel hat das Luzerner Unternehmen LST AG die neuartige online Monitoring- und Kommunikationsplattform «Deklaris» entwickelt. Die Reformierte Kirche Kanton Luzern wird das System ab 2026 einsetzen. Das Lizenzsystem steht auch weiteren Organisationen zur Verfügung.
«Aus meiner Erfahrung zeigt sich: Prävention gelingt dann, wenn transparente Strukturen, verständliche Verfahren und eine Kultur des Hinschauens zusammenkommen. Die Reformierte Kirche Kanton Luzern verbindet diese Ebenen bewusst. So können mögliche Grenzverletzungen früher erkannt werden und Verantwortliche erhalten Handlungssicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen.»
Markus Pfisterer, Synodalrat Departement Recht