Die Wahrnehmung schärfen

Landeskirchen, Islamische Gemeinde und Kanton Luzern stellen dieses Jahr ihre Aktion zum Bettag unter das Motto «wahr?nehmen». Es geht ihnen ums Zuhören und Annehmen.

Montag, 7. September 2026

Das Bettagsplakat 2026 hat der Luzerner Grafiker Yannick Gauch gestaltet. Das Bettagsplakat 2026 hat der Luzerner Grafiker Yannick Gauch gestaltet.

Die Absender rufen dazu auf, «die andere Seite wirklich zu sehen, zuzuhören und anzunehmen, auch wenn sie uns fremd erscheint», heisst es im Begleittext. Es brauche Mut, Unterschiede auszuhalten und dennoch zusammenzustehen.

 

Im Wortlaut:

«Wahrnehmen beginnt dort, wo wir innehalten und uns dem zuwenden, was ist – ohne vorschnelles Urteil. Es bedeutet, die andere Seite wirklich zu sehen, zuzuhören und anzunehmen, auch wenn sie uns fremd erscheint.

In einer Zeit, die oft von schnellen Meinungen, Fakes und klaren Fronten geprägt ist, wird bewusstes Wahrnehmen zur Herausforderung. Und zugleich zu einer grossen Chance: Es eröffnet Räume für Verständnis, für Begegnung, für neue Perspektiven und Reflexion.

Gelingt es uns, die Wirklichkeit so wahrzunehmen, wie sie ist? Wenn wir den Mut finden, Unterschiede auszuhalten und dennoch zusammenzustehen, bewahren wir damit das Wertvolle unserer Gemeinschaft, das uns trägt: Vertrauen und Zusammenhalt.»

 

Plakate vor den Kirchen und Spots in den Bussen weisen auf die Aktion zum Bettag hin. Pfarreien, Kirchgemeinden und Religionsgemeinschaften nehmen das Thema jeweils für die Gestaltung ihrer Feiern zum Bettag auf. Oft sind diese ökumenisch oder interreligiös.

 

Kirchen und Kanton gemeinsam seit 2009

Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag wird seit 1848 in allen Kantonen jeweils am dritten Sonntag im September gefeiert. Er ist ein staatlicher Feiertag. Die christkatholische, evangelisch-reformierte und römisch-katholische Landeskirche, die Islamische Gemeinde Luzern und der Kanton treten seit 2009 mit einer gemeinsamen Aktion zum Bettag an die Öffentlichkeit. Sie wollen damit einen Beitrag zum Zusammenhalt in der Bevölkerung leisten.

Der Wandel in vielen Bereichen fordert die Gesellschaft mit Fragen zur Solidarität zwischen den Generationen, unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnissen und einer Vielfalt von Lebenskonzepten heraus.