Beitragsschlüssel EKS mit grossen finanziellen Auswirkungen für Luzern
Vom 14. bis 16. Juni 2026 findet die nächste Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) statt. Der Verein will aufgrund einer Motion den Beitragsschlüssel anpassen, welcher für die Reformierte Kirche Kanton Luzern zusätzlich mehrere 100‘000 Franken kostet, da weitere Organisationen den Schlüssel anwenden.
Donnerstag, 4. Juni 2026
Ref.ch hat mehrere Artikel zum Beitragsschlüssel veröffentlicht. Im Bericht vom 4. Juni 2026 nimmt Manuela Jost, Vizepräsidentin und Synodalrätin Departement Finanzen der Reformierten Kirche Kanton Luzern, Stellung auf die Fragen von Redaktor Jonas Gabrieli. Manuela Jost führt aus, dass Luzern Solidarität wichtig ist. Allerdings kritisiert die ehemalige Stadträtin von Luzern, dass bei der Berechnungsgrundlage der Firma Ecoplan viele Kriterien fehlen. Zudem ist der Abzug von Geldern aus Staatsbeiträgen beispielsweise für Gebäudeunterhalt möglich für gewisse Kantone. Luzern kennt keine Staatsbeiträge und deshalb können keine Abzüge gemacht werden. Es werden somit «Äpfel» mit «Birnen» verglichen.
Politisches Vorgehen wirft Fragen auf
Für den Beitragsschlüssel EKS verzeichnet Luzern mit Abstand die höchste prozentuale Zunahme im Vergleich zur aktuellen Finanzierung (+82 Prozent). St. Gallen verzeichnet die zweithöchste Zunahme mit 35 Prozent. Die EKS ist ein Verein und ist der Dachverband von 25 Mitgliedkirchen. Bei einer Zunahme den Mitgliederbeitrags von 82 Prozent hätte Luzern es geschätzt, wenn die EKS vorgängig das persönliche Gespräch gesucht hätte. Weiter hat eine Vernehmlassung stattgefunden, jedoch gibt es keinen Vernehmlassungsbericht dazu, welcher eine Transparenz herstellen würde. In den Synodeunterlagen die EKS ist dies ersichtlich, dass auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) dies so moniert: «Der Rat EKS empfiehlt die Festlegung eines Solidaritätsfaktors von 0.005. Gemäss Bericht fand dieser Wert auch in der Vernehmlassung mehrheitlich Zustimmung. Diese Einschätzung kann durch die GPK wiederum nicht verifiziert werden, da eine systematische Auswertung der Vernehmlassungsrückmeldungen nicht vorliegt bzw. nicht dokumentiert ist.»
Finanzielle Auswirkungen
Für die Reformierte Kirche Kanton Luzern ist das Geschäft von erheblicher Tragweite. Mit dem beantragten neuen Beitragsschlüssel wird Luzern um rund 82 Prozent mehrbelastet. In der Diskussion wird für Luzern jeweils von einer Mehrbelastung von rund 76'000 Franken gesprochen. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um den reinen Verwaltungsbeitrag an die EKS. Da weitere Beiträge und Verpflichtungen direkt oder indirekt an den Beitragsschlüssel gekoppelt sind (Konkordat, Kiko, Reformierte Medien, Relimedia, Beiträge an HEKS, Mission 21 etc.), ist für Luzern nach heutiger Einschätzung von einer Gesamtmehrbelastung in der Grössenordnung von rund 300’000 Franken auszugehen. Gemäss Rechnung 2025 hat Luzern rund 350'000 Franken insgesamt bezahlt (alle Beiträge EKS und daran gebundene). Mit dem neuen Beitragsschlüssel beläuft sich dies auf rund 650'000 Franken und würde damit rund 25 Prozent des Budgets der Landeskirche umfassen.
Luzerner Synode vorinformiert
Am 30. Mai 2026 tagte die Luzerner Synode. Der Synodalrat hat zum Beitragsschlüssel EKS informiert. Wie der Umgang mit dem Beitragsschlüssel ist, wird sich im Nachgang der EKS Synode zeigen. Der Synodalrat wird allenfalls einen Wirkungsbericht erstellen lassen, um der Synode eine Entscheidungsgrundlage geben zu können.
Links zu Artikeln und den EKS Unterlagen