Kirchgemeinde schrittweise weiterentwickeln

Die Kirchgemeinde Luzern soll in der aktuellen Form bestehen bleiben und sich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Am 22. Juni diskutiert der Grosse Kirchenrat die Empfehlungen der Projektgruppe.

Mittwoch, 20. Mai 2026

Die Kirchgemeinde Luzern will sich so organisieren, dass sie langfristig zukunftsfähig bleibt. Dazu hat sie einen breit abgestützten partizipativen Prozess durchgeführt. Für die gemeinsame Lösungsfindung wurden eine Projektgruppe und eine Resonanzgruppe gebildet. Die Projektgruppe hat in mehreren Workshops zahlreiche Themen bearbeitet und Verbesserungsvorschläge für die zukünftige Organisation der Kirchgemeinde entwickelt. Die Zwischenergebnisse wurden regelmässig der Resonanzgruppe vorgestellt, die die Vielfalt der Kirchgemeinde abbildete. Alle Workshops waren von einer konstruktiven Stimmung geprägt und bauten auf den Diskussionen und gewonnenen Erkenntnissen auf. 

Empfehlungen
Die Projektgruppe hat ihre Arbeitsergebnisse in einem Bericht zusammengefasst und gibt darin drei Empfehlungen ab. Erstens: Die Kirchgemeinde soll als solche bestehen bleiben und gezielt weiterentwickelt werden. Eine Auflösung der bisherigen Kirchgemeinde Luzern in mehrere eigenständige Kirchgemeinden wird als nicht zielführend erachtet. Die bestehende Kirchgemeinde ist stark dank ihrer Grösse und breit akzeptiert. Eine Auflösung würde einem Sonderweg gleichkommen. Andere reformierten Kirchgemeinden in der Schweiz, die ebenfalls eine Strukturreform angestossen haben, schlossen sich in der Regel zusammen. Denn kleinere Kirchgemeinden haben zunehmend Mühe, Behördenmitglieder zu finden, oder verfügen nicht über eine finanzielle Basis oder das nötige Fachwissen, etwa bei personalrechtlichen Fragen oder bezüglich Brandschutz bei Immobilien. 

Schrittweise vorwärts
Die zweite Empfehlung betrifft das Vorgehen: Die Weiterentwicklung der Kirchgemeinde soll schrittweise erfolgen. Dieses Vorgehen ermöglicht eine kontrollierte und sorgfältige Weiterentwicklung. Eine vollständige Neugestaltung der Organisation «in einem Schritt» würde voraussetzen, dass alle Auswirkungen der Veränderungen bereits heute zuverlässig abgeschätzt werden können. Dies ist nicht möglich.

Vorschläge für Verbesserungen
Als dritte Empfehlung soll die Kirchgemeinde mit vier Massnahmenpaketen weiterentwickelt werden. Sie haben je folgendes Ziel: die Kirchenpflegen in den Teilkirchgemeinden entlasten, die demokratischen Gremien stärken, Synergien zwischen den Teilkirchgemeinden nutzen und professionelle Dienstleistungen sicherstellen. Gewisse Massnahmen sind kurzfristig umsetzbar, andere benötigen vertiefte Diskussionen und Abklärungen. Durch das schrittweise Vorgehen kann parallel an Verbesserungen gearbeitet werden. 

Kirchliches Leben stärken
Der Kirchenvorstand befürwortet die Empfehlungen der Projektgruppe und beantragt dem Grossen Kirchenrat, den Bericht der Projektgruppe in zustimmendem Sinne zur Kenntnis zu nehmen. Der Kirchenvorstand ist überzeugt, dass sich alle vorgeschlagenen Massnahmen am übergeordneten Ziel des Projekts orientieren: eine Organisation zu schaffen, die Gemeinschaft im Sinne des Evangeliums ermöglicht und stärkt. Strukturen, Prozesse und Zuständigkeiten sind kein Selbstzweck. Sie sollen dazu beitragen, dass kirchliches Leben vor Ort gelingt und für die Mitglieder erlebbar und relevant bleibt.

Einladung

Am Montag, 22. Juni 2026, tagt der Grosse Kirchenrat um 17 Uhr im Lukaszentrum. Die Sitzung ist öffentlich und alle Mitglieder sind herzlich dazu eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Neben der Organisationsentwicklung diskutiert der Rat den Jahresbericht des Kirchenvorstands und die Jahresrechnung 2025.