Zur aktuellen Diskussion über die Zukunft unserer Kirchgemeinde
Der Motionsbrief von Jürg Goll («Denkwerkstatt») hat bei Mitarbeitenden und Kirchenpflegen Fragen und teilweise Unsicherheiten ausgelöst. Dem Kirchenvorstand ist es wichtig, in dieser Situation sachlich, transparent und faktenbasiert zu kommunizieren.
Gleichzeitig ist der Kirchenvorstand verpflichtet, die Vertraulichkeit und die Rechtmässigkeit der laufenden politischen Prozesse zu respektieren. Der Kirchenvorstand prüft derzeit die eingereichten Motionen sorgfältig und erarbeitet die entsprechenden Berichte und Anträge an den Grossen Kirchenrat. Inhaltliche Schlussfolgerungen können heute noch nicht vorweggenommen werden.
Wichtig ist uns jedoch, zum jetzigen Zeitpunkt einige Fakten einzuordnen.
Die Kirchgemeinde Luzern steht finanziell stabil da
Ein Blick in unsere jährliche Berichterstattung hilft: Unsere Jahresabschlüsse weisen seit Jahren einen Ertragsüberschuss aus. Gleichzeitig konnten in den letzten Jahren zusätzliche Mittel für wichtige Aufgaben, insbesondere im sozialen Bereich, gesprochen werden.
Auch die Finanzplanung bis 2030 zeigt keine Liquiditätsengpässe auf. Die Investitionen ins Verwaltungsvermögen können aus Eigenmitteln finanziert werden, ohne die aktuell hohen Liquiditätsreserven anzutasten. Aus diesem Grund sind auch keine Verkäufe von Liegenschaften geplant.
Und auch die etwas finanzschwächeren Teilkirchgemeinden müssen sich keine Sorgen machen. Der Finanzausgleich ist eine der Stärken unserer Kirchgemeinde. Kurzum: es geht uns gut.
Wir können also zuversichtlich in die Zukunft schauen: Es bestehen keine Programme zum Personalabbau oder zur Reduktion von Leistungen. Die erfreuliche Entwicklung der Steuereinnahmen ermöglicht es vielmehr, die kirchliche Arbeit weiterzuentwickeln und dort zu stärken, wo konkrete Bedürfnisse bestehen. Auch bei einer stabilen finanziellen Ausgangslage bleibt es Aufgabe des Kirchenvorstands, Prioritäten zu setzen. Zeit, Fachwissen und finanzielle Mittel sind wertvolle Ressourcen, die möglichst auf die Bedürfnisse der Teilkirchgemeinden und die Weiterentwicklung des kirchlichen Lebens ausgerichtet werden sollen.
Der Kirchenvorstand orientiert sich an den Bedürfnissen der Basis
Für den Kirchenvorstand ist entscheidend, was die Teilkirchgemeinden, Kirchenpflegen, Mitarbeitenden, Freiwilligen und Gemeindemitglieder benötigen. Daran richten wir unsere Entscheide aus.
Dies zeigt sich auch in der laufenden Überarbeitung des Stellenplans. Dabei steht nicht der Abbau von Ressourcen im Vordergrund. Vielmehr wird geprüft, wo Unterstützung benötigt wird und wie die vorhandenen Mittel wirksam eingesetzt werden können.
Unterstützung vor Ort hat Vorrang
Der Kirchenvorstand sieht seine Aufgabe darin, die Teilkirchgemeinden und Kirchenpflegen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Anforderungen an die Führung kirchlicher Körperschaften sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Zusätzliche organisatorische Belastungen helfen dabei in der Regel nicht weiter.
Deshalb beurteilt der Kirchenvorstand organisatorische Veränderungen nicht danach, ob sie neu oder attraktiv erscheinen, sondern danach, ob sie einen konkreten Nutzen schaffen, die Arbeit vor Ort erleichtern und langfristig tragfähig und effektiv sind. Ebenso wichtig ist es, qualifizierte Mitarbeitende langfristig an die Kirchgemeinde zu binden und Kontinuität in den Dienstleistungen sicherzustellen.
Wie geht es nun weiter?
Die eingereichten Motionen werden im ordentlichen Verfahren behandelt. Dabei ist die Rollenverteilung klar:
- Der Kirchenvorstand prüft die Vorstösse, klärt die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Auswirkungen und stellt dem Grossen Kirchenrat Antrag.
- Der Grosse Kirchenrat entscheidet anschliessend über die Vorstösse.
- Bis zu diesen Entscheiden bestehen keine Beschlüsse über organisatorische Veränderungen, Auslagerungen von Dienstleistungen oder personelle Massnahmen.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Der Kirchenvorstand begrüsst die Diskussion über die Zukunft unserer Kirchgemeinde. Unterschiedliche Auffassungen gehören zu einer demokratischen Organisation.
Gleichzeitig ist uns wichtig, dass die Diskussion auf einer faktenbasierten Grundlage geführt wird. Die Reformierte Kirchgemeinde Luzern verfügt über engagierte Mitarbeitende, verantwortungsvolle Kirchenpflegen, stabile Finanzen und eine starke Verankerung in ihren Teilkirchgemeinden. Darauf möchten wir gemeinsam aufbauen.