Ausblick auf das 200-Jahr-Jubiläum

Die Reformierte Kirche Luzern feiert im Jahr 2027 ihr 200-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr steht unter dem Leitthema «Die Anderen». 

Dienstag, 21. April 2026

Das 5-köpfige Jubiläums-OK (von links): Peter Willi , Florian Fischer, Katharina Metz, Stefan Sägesser, Christov Rolla Das 5-köpfige Jubiläums-OK (von links): Peter Willi , Florian Fischer, Katharina Metz, Stefan Sägesser, Christov Rolla

Die Innerschweiz war nach der Reformation katholisch geblieben, die römisch-katholische Konfession eine Staatsreligion. Erst 1827 wurde die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Luzern gegründet und bildete somit die erste protestantische Diasporagemeinde in der Schweiz.   

Historische Erfahrungen als Ausgangspunkt
Als Minderheitskirche im historisch katholisch geprägten Luzern war die Reformierte Kirche seit ihrer Entstehung mit Fragen von Zugehörigkeit, Abgrenzung und Dialog konfrontiert. «Diese Erfahrung bildet den Ausgangspunkt für das Jubiläum, das sich bewusst an die Gegenwart richtet und gesellschaftliche Relevanz entfalten will», erklärt Stefan Sägesser, Vorstandsmitglied der Kirchgemeinde Luzern und Leiter des Jubiläums-OK. Daher geht es im Jubiläumsjahr auch weniger um eine Rückschau, sondern um eine zeitgemässe Auseinandersetzung mit der Rolle der reformierten Kirche in einer pluralen und religiös vielfältigen Stadt und Region Luzern, deren Gesellschaft sich ständig wandelt.   

Die Anderen – damals und heute
Als die Kirchgemeinde vor 200 Jahren gegründet wurde, waren ihre Mitglieder «die Anderen». Das Jubiläum steht denn auch unter dem Leitthema «Die Anderen» und ist bewusst mehrdeutig angelegt. «Es nimmt die historische Erfahrung der Reformierten Kirche als Minderheitskirche in Luzern auf, öffnet diese Perspektive jedoch konsequent über die eigene Geschichte hinaus», sagt Stefan Sägesser. Das Thema «Die Anderen» wird auf heutige Kontexte übertragen und bezieht andere religiöse Gemeinschaften, gesellschaftliche Minderheiten oder Menschen mit einem speziellen Lebensentwurf ein. «Wir blicken im Jubiläumsjahr zurück und zeigen, woher wir kommen. Gleichzeitig wollen wir aufzeigen, wie wichtig unsere Kirche heute ist und was sie für die Menschen und die Gesellschaft leistet. Wir blicken auch in die Zukunft und fragen uns, wie sich die Kirche entwickeln könnte.» 

Ausblick auf Aktivitäten 
Aktuell werden die geplanten Jubiläumsaktivitäten konkretisiert. Die Gottesdienste bilden den theologischen und spirituellen Kern des Jubiläums. Am Sonntag, 28. März 2027 findet in der Lukaskirche in Luzern ein zentraler Ostergottesdienst statt. Es wird der einzige reformierte Ostergottesdienst im Gebiet der Kirchgemeinde Luzern sein.
Zudem wird an einer Kooperation mit dem Projekt «Die grosse Menschenschau» gearbeitet. Dabei handelt es sich um eine theatrale Inszenierung, in der unterschiedliche Figuren der Zeitgeschichte auftreten und zur kritischen Reflexion gesellschaftlicher, religiöser und ethischer Fragen anregen.
Im Weiteren sind eine Podiumsreihe und Podcasts mit interessanten Menschen aus der Region geplant, die «das Andere» verkörpern, sei es aufgrund ihrer Religion, ihrer Lebensweise oder ihres Aussehens.