Zäme am Tisch
Am Sonntag, 8. März fand in Reiden in der reformierten Kirche ein ökumenischer Gottesdienst statt. Mit dem Erlös aus diesem Gottesdienst und dem anschliessenden «Zäme am Tisch» im Feldheim unterstützen die Kirchgemeinden wieder die jährliche Aktion der beiden kirchlichen Hilfswerke HEKS/Brot für alle und Fastenaktion.
Eine grosse Anzahl Besucherinnen und Besucher trafen sich zum traditionellen ökumenischen Gottesdienst zum Thema «Gott gibt Samen», der von Markus Fellmann, Leitender Priester des Pastoralraums Pfaffnerntal-Rottal-Wiggertal, und Barbara Ingold, Pfarrerin der reformierten Kirchgemeinde Reiden, gemeinsam gestaltet wurde. Besonders erfreulich war der musikalische Beitrag des ökumenischen Chors Reiden, der nach einem Neustart erstmals wieder auftrat. Unter der Leitung von Isabelle Schmied gestaltete der Chor den Gottesdienst mit mehreren Liedern und setzte damit einen festlichen und hoffnungsvollen Akzent.
Anhand einer Sonnenblume veranschaulichte Markus Fellmann die Zusage von Gott an uns Menschen, für Nahrung zu sorgen und dies Jahr für Jahr. Ausgehend vom Gleichnis vom reichen Kornbauer stellte Barbara Ingold die Frage, wie wir mit dem, was wir im Überfluss haben, umgehen und worauf es im Leben ankommt. Reich sein bei Gott bedeutet nicht, möglichst viel zu besitzen, sondern verantwortungsvoll mit dem umzugehen, was uns geschenkt ist. Bezogen auf die ökumenische Kampagne bedeutet das, auch einen kritischen Blick auf die Agrarkonzerne zu haben, die den globalen Saatgutmarkt dominieren. International tätige Unternehmen patentieren Saatgut in grossem Stil und streben damit immer höhere Erträge an, verdrängen aber gleichzeitig alte bewährte Saatgutsorten. Die Vielfalt des weltweiten Saatgutes wird so zerstört und das vereinheitliche Saatgut ist anfälliger für Krankheiten und nicht für jedes Klima geeignet. Armut und Hunger sind die Folge für viele Kleinbauern im globalen Süden, weil sie ihr eignes Saatgut nicht mehr verwenden dürfen und abhängig sind von den Grosskonzernen.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle zum «Zäme am Tisch» im Feldheim eingeladen. Serviert wurden Lasagne mit Fleisch und Gemüse und Salat, welche von der Küchencrew des Feldheims vorbereitet wurde. Der Andrang war so gross, dass die Gäste zeitweise Schlange stehen mussten und die freiwilligen Helferinnen und Helfer ins Schwitzen kamen. Auch die Oberstufenschülerinnen und -schüler, die hier einen Sozialdienst leisteten, hatten alle Hände voll zu tun, alle Gäste mit Getränken zu versorgen. Dank der großartigen Infrastruktur des Feldheims, die unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde, und dem vollen Einsatz aller musste niemand hungrig nach Hause gehen. Die lange Warteschlange zeigte jedoch vor allem eines: Die Freude am gemeinsamen Essen und am Austausch waren gross.
Wer nicht dabei sein konnte oder es nochmal geniessen möchte, hat dazu eine Möglichkeit: Am 22. März von 11 bis 13 Uhr heisst es im Feldheim wieder «Zäme am Tisch».
Text: Pfarrerin Barbara Ingold
Bilder: Andrea Baumgartner / Pfarrer Ulf Becker