tele.bibel '26-09: Der Schimmelreiter

Heilende Deiche in den Gewalten des Lebens

Der Schimmelreiter

Heilende Deiche in den Gewalten des Lebens

Den Dorfbewohnern ist der Schimmel von Deichgraf Hauke Haien unheimlich. Krank und verkommen habe er ihn einem zwielichtigen Durchreisenden abgekauft und aufgepäppelt. Ob dieser Schimmel vielleicht sogar das wiederbelebte Pferdeskelett von der verlassenen Marschlandinsel Jeverssand war, das mit dem Kauf des Schimmels verschwunden war ...

Theodor Storms Schimmelreiter, der Erlkönig von Goethe, die Räuber von Schiller, das alles floss bei mir so diffus ineinander. Wie kann man sich das alles merken? Gibt es bei all diesen zu unserer Kultur gehörenden Erzählungen ein zentrales Motiv? Ich meine: nicht einfach so und so viele verschiedene, sondern wirklich ein zentrales Motiv, das vielleicht von unterschiedlichen Seiten angenähert und von manchem Werk direkt und von anderen Werken weniger direkt exprimiert wird, doch auch in wichtigen Andeutungen? – Das würde Ordnung ins Gedächtnis bringen.

Nicht nur das. Es würde etwas über unsere Wirklichkeit aussagen. Etwas Zentrales. Wo der sprichwörtliche Hund begraben liegt. Erst eine Entdeckung im Studium, in späteren Jahren, sollte hier meine Sinne entsprechend schärfen. Und da erst war mir die Fülle der Literatur nicht einfach nur Überforderung. Der Schimmelreiter zum Beispiel bringt es genau auf den Punkt. Na, wenn ich das gewusst hätte! Manchmal würde ich richtig gern nochmals in die Schule gehen.

Pfr. Maximilian Paulin

 

11 Blumen zum Geburtstag.mp3

12 Ein Aussenseiter.mp3

13 Fünf Frauen tanzen aus der Reihe.mp3

14 Der Schimmel zum Schummeln.mp3