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Kirchgemeinden

Das kirchliche Leben der Evangelisch-Reformierten Kirche findet in den zehn Kirchgemeinden statt. Zu den Kirchgemeinden gelangen Sie durch anklicken der Orte auf der Karte. Die Kirchgemeinde Luzern setzt sich aus acht Teilkirchgemeinden aus der Stadt Luzern und der Agglomeration zusammen.

 

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Interview mit Anna Reinert

31. März 2019

Begleitung Schwerkranker und Sterbender

Eine Gruppe aus z.Zt. 18 Frauen leistet in Hochdorf und Umgebung seit vielen Jahren einen besonderen Dienst. Die Begleitgruppe für Schwerkranke und Sterbende trifft sich regelmässig in unseren Räumen. Sie wurde 1987 gegründet auf Initiative des kath. Pfarreirates. Pfarrer Thiel führte ein Interview mit der Einsatzleiterin Anna Reinert.

Wie wird man eine Sterbebegleiterin? Das Wort „Sterbebegleitung“ ist missverständlich.  Besser wäre ist die Bezeichnung „Begleitung Schwerkranker und Sterbender“. Zur Gruppe gestossen bin ich durch eine Anfrage der früheren Leiterin. Ich konnte mir das gut vorstellen, und dann habe ich bei der Caritas Kursmodule besucht. Heute besteht der Kurs aus fünf ganztägigen Modulen und steht unter dem Motto: „Das Sterben mit anderen Augen sehen.“ Dann fand ich die Menschen in der Gruppe so nett und so interessant, dass ich auch deshalb sehr gerne dabei bin.  Wir treffen uns ca. 4 x im Jahr und haben 1 x im Jahr eine Fortbildung.

Sehen Sie das Sterben inzwischen mit anderen Augen? Ja sicher. Ich habe die Angst vor dem Sterben verloren, vor dem eigenen Sterben und vor dem Sterben anderer.

Aber viele Menschen haben Angst. Was würden Sie raten? Manchmal spürt man Angst, kann sie aus den Bewegungen lesen. Die grösste Angst aber ist eine ganz verständliche: Wenn die Atmung schwer fällt, ist es die Angst vor dem Ersticken.  Diese Angst können wir durch unsere Anwesenheit lindern. Sonst kann ich eigentlich nichts raten, Angst ist individuell: Helfen können vielleicht Fragen nach der Herkunft der Angst, helfen mag auch, sich bewusst zu machen, dass man nicht fortspringen kann, dass das Sterben zum Leben dazugehört.

Sprechen die Menschen zu Ihnen? Viele Sterbende können nicht reden, aber ihre Gesichter und der Lebensweg, den diese Menschen zurückgelegt haben, sprechen zu mir, und machen mir oft Eindruck.

Bereitet es Ihnen Freude? Ich geh gern hin, und es macht mich zufrieden, wenn ich gemerkt habe, dass meine Anwesenheit jemanden beruhigt hat.

Wie oft werden Sie gerufen? Im Schnitt haben wir pro Jahr ca. 50 Einsätze. Mal mehr, mal weniger.

Was machen Sie eigentlich am Krankenbett? Wir sind einfach da, wir sitzen daneben. Es kann vorkommen, dass man auch mal z.B. beim Toilettengang hilft. Aber wir pflegen nicht. Das wichtigste ist, dass man da ist und den Leuten Geborgenheit und Sicherheit vermittelt.

Wie sehen Ihre Fortbildungen aus? Das kann mehr spirituell sein, z.B. mit Pfarrerin Blum oder mit dem Römerswiler Theologen Thomas Villiger, für eher pflegerische Hilfeleistungen auch schon bei der Spitex mal einen ganzen Tag oder mit einer Psychologin zum Thema: „Wenn die Sprache versiegt“.

Wenn Sie von einem Einsatz nach Hause kommen, können Sie die Begegnung mit dem Tod dann einfach ausblenden? Manchmal nimmt man die Eindrücke schon mit nach Hause. Wir haben aber Schweigepflicht.

Spielt Religion eine Rolle bei ihren Einsätzen? Bei einigen schon, bei anderen nicht. Wenn jemand ein Gebet wünscht, dann beten wir. Aber eigentlich sind wir konfessionsneutral.

Wenn man sie mal braucht, wie kommt man im Kontakt? Entweder über die Spitex oder die Heime. Oder direkt an uns, auf unserem Flyer (liegt in der Kirche aus) sind die Kontaktangaben. Für die Betroffenen ist es kostenlos. Die Kirchengemeinden unterstützen unsere Arbeit, wir haben ein Spendenkonto (PC-Konto 45-61611-8; IBAN CH89 0900 0000 4506 1611 8).