Agenda

Kirchgemeinde Finders

Bitte geben Sie Ihre Gemeinde an.

 

Kirchgemeinden

Das kirchliche Leben der Evangelisch-Reformierten Kirche findet in den zehn Kirchgemeinden statt. Zu den Kirchgemeinden gelangen Sie durch anklicken der Orte auf der Karte. Die Kirchgemeinde Luzern setzt sich aus acht Teilkirchgemeinden aus der Stadt Luzern und der Agglomeration zusammen.

 

Zurich Kanton Kanton Kanton Kanton Kanton Kanton Kanton Url Kanton Kanton Bern Nidwalden Obwalden (OW) OW Schwyz Zug Solothurn Aargau Pfaffnau Reiden Nebikon Triengen Beromnster Zell Willisau Luthern Entlebuch Schpfheim Escholzmatt Sörenberg Ruswil Sursee Nottwil Sempach Hochdorf Hitzkirch Aesch Horw Meggen Adligenswil Udligenswil Reiden Dagmersellen Willisau-Hüswil Wolhusen Escholzmatt Sursee Hochdorf Kirchgemeinde Luzern Meggen- Adligenswil- Udligenswil Horw
Kirchgemeinde Luzern Zurück Rigi-Südseite Malters Kriens Littau-Reussbühl StadtLuzern Emmen- Rothenburg Buchrain-Root Ebikon

INTERVIEW MIT HANNI SEITZ

30. Mai 2020

Hanni Seitz lebt in einer alten Bauernkate zwischen Hochdorf und Römerswil. Sie ist gelernte Schauspielerin und hat Germanistik studiert. In den vergangenen Wochen hat sie Pfarrer Thiel geholfen, biblische Geschichten für die Religionsschüler zu lesen, die als Videos von unserer Website aus abrufbar sind (www.reflu.ch). Das Gespräch wurde am 75. Jahrestag des Kriegsendes geführt.

Viele ältere Menschen leiden unter der in der Corona-Krise verordneten Einsamkeit. Wie kommst du damit zurecht?

Die Einsamkeit hat für mich verschiedene Aspekte. Zunächst einmal bin ich einsam, weil mein Mann Marcel im vergangenen Jahr verstorben ist. Das macht die Sache besonders schwer. Und das kann man auch nicht so leicht überwinden.

 

Und dann wohnst du auch noch so abgelegen …

Ja, als wir hier einzogen, sagte ich, wir wohnen, wo Fuchs und Hase sich «Gute Nacht» sagen.

 

Und jetzt kommen noch die Corona Distanzregeln dazu ...

Ja, aber ich habe hier auch viele Vorteile. Ich kann vor das Haus gehen und mich an den Bäumen und an den Blumen freuen. Und es nicht verboten, mich zu besuchen. Neulich kam ein benachbarter Bauer mit einer Flasche Wein, die wir abends geleert haben. Mit 2 Metern Abstand natürlich. Oder eine gute Freundin reicht mir, die Maske im Gesicht, einen Blumenstrauss durchs Fenster. Oder meine Söhne kommen vorbei, um mir zu helfen. Sie sind beim Abstand halten noch sehr viel genauer als ich. Ich will am liebsten immer allen die Hände schütteln.

 

Und was ist mit Matthias, deinem behinderten Sohn?

Das macht mir Sorgen, dass ich ihn nicht mehr zu mir an Wochenenden nach Hause holen kann. Ich bin aber froh, wenn mir aus Rathausen berichtet wird, dass es ihm gut geht. Und seinen Geburtstag werden wir nachholen.

 

So gross ist der Unterschied also gar nicht zur «Vor-Corona-Zeit», nur dass weniger Leute da sind?

Das war immer das Schöne an diesem Haus, dass es voller Menschen war. Auch das hilft mir, wenn ich mir vorstelle, wie alt das Haus ist, nämlich von 1756, und wie viele Menschen hier schon geboren wurden, wie viele aus und ein gingen, und wie viele schon gestorben sind. Mein Mann war ja Kunstmaler, und er hat dieses Haus ausgesucht, weil er hier gut sein Atelier einrichten konnte. Wir haben hier die Leute empfangen, die sich für seine Kunst interessierten. Davon lebt dieses Haus, und ich spüre die Menschen, die hier waren, auf eigentümliche Weise. Es ist meine eigentliche Heimat.

 

Erinnerungen können helfen?

Es sind die Bilder der Vergangenheit, alle Geschichten, die sich ereignet haben, alle Menschen, denen man begegnete. In diesen Tagen erinnere ich mich, wie wir bei Kriegsende aus Dresden zu Verwandten nach Hessen flohen. Meine Mutter setzte mich dort ab und ging dann zurück zu meinem ernsthaft erkrankten Vater nach Dresden, bis sich dann beide auf eine 6-wöchige Reise mit Handwagen zu mir zurückbegaben.

 

Bauen diese Erinnerungen auf oder machen sie eher melancholisch?

Ich bin nicht melancholisch. Ich suche nach starken und eindrücklichen und aufbauenden Bildern. Das habe ich auch in der Kommunikation mit meinem behinderten Sohn so gemacht. Ich erzähle von den Bäumen und Blumen. Dann lebt er auf. Und wenn ich mit Freunden im In- und Ausland telefoniere, und merke, sie leiden unter der Situation, dann mache ich das genauso. Gerade habe ich mit einer Freundin in Massachusetts gesprochen. Das Telefon ist sehr wichtig gerade in dieser Zeit. Ich möchte die Stimmen meiner Freunde hören und so den Kontakt zu ihnen behalten.

 

Die Menschen müssen gar nicht persönlich da sein?

Ein geselliges Miteinander ist natürlich viel schöner. Ich habe hier im Laufe der Jahre viele Menschen bewirten und Freundschaften schliessen und vertiefen dürfen.

 

Du hast Schauspielerin gelernt, aber warst dann doch mehr Hausfrau und Mutter?

Ja. Ich war lange Zeit Hausfrau und Gastgeberin. Aber gelesen habe ich immer. Lesen ist kolossal wichtig und deshalb auch ein gutes Mittel gegen die Einsamkeit. Als ich 70 Jahre alt war, habe ich mit Lesungen vor Publikum wieder angefangen. Das war eine schöne Zeit. Wir waren in ganz Deutschland, und die Säle waren schon deshalb voll, weil wir so viele Bekannte und Freunde hatten. Ich habe auch hier im Seetal aus Werken von Mascha Kaleko gelesen.

 

Und jetzt haben unsere Religionsschüler/innen von deiner Lesekunst profitiert. Ich bedanke mich noch einmal herzlich dafür! Und auch für dieses Gespräch.

Christoph Thiel

 

Bildlegende: Hanni Seitz-Moser in ihrer Bauernstube

Reformierte Kirchgemeinde Hochdorf
Luzernstrasse 14
6280 Hochdorf

 041 910 44 77

 sekretariat.hochdorf@reflu.ch


Öffnungszeiten (Sekretariat)
von Montag bis Freitag

08:30 Uhr bis 11:30 Uhr

 

Während den Schulferien ist das Sekretariat unregelmässig besetzt. 


© 2020 Reformierte Kirche Luzern · Impressum Datenschutz