Suppentag

Wir sind Gäste – alle überall

Der Suppentag gehört zum Kirchenjahr in der Schweiz wie Weihnachten und Ostern. Darum ist es wichtig ihn angemessen zu begehen. Im letzten Jahr sammelten wir Erfahrungen damit, die Suppe erst während des Gottesdienstes zu kochen und alle Besucherinnen zum Rüsten einzuladen. In diesem Jahr erwarteten wir eine grössere Zahl an Gästen, und darum waren alle Beteiligten aufgeregt, ob es wohl auch dieses Mal gelingen würde. 

Und es klappte!  Auch für 70 Personen! Um 12.15 Uhr waren Suppe und Reis servierfertig. Und die etwas längere Rüstphase wurde ganz entspannt überbrückt: Mit dem Verkauf von Wildblumensamen unseres Hilfswerkes HEKS durch die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse; mit Erläuterungen von Unterrichtsergebnisses zum Thema: Wir selbst sind der Samen. Am Unterrichtstag zuvor hatte die 7. Klasse mit den Katechetinnen Sophie Kallert und Simone Steiner ein Spiel zu Klimawandel und Nachhaltigkeit gespielt, an dessen Ende Tipps und Lösungsvorschläge standen.

Auch die Musik hielt die Feier mit den verschiedenen Elementen zusammen. Norina und Gioanna Klaus schufen mit ihren Violinen eine ernsthafte, meditative Atmosphäre. Sie spielten ihre Musik unter dem Hungertuch, das die Welt als Brot darstellte, von dem wir essen. Aber eben nicht so, dass wir dabei unsere Lebensgrundlagen zerstören.

Ein weiterer musikalischer Rahmen war das Lied des Tages, eine moderne Komposition mit dem Titel "Wir sind Gäste". Schnell wurde eine kleine Band zusammengestellt mit den Violinen, einer Gitarre und dem Cajon als Schlagzeug. Konfirmand Elias Emmenegger war so spontan, es zu bedienen und schüttelte den Rhythmus perfekt aus seinen Handgelenken.  

Das Lied war denn auch Grundlage für die Ansprache, die während der Strophen eingestreut wurde. Die langen Tafeln als Bild für eine Menschheit, die sich beim Essen miteinander verbindet, als Traum von einer Gemeinschaft, in der mehr gelacht und geredet wird, als dass man sich bekriegt. Dieses Bild im Herzen, können Menschen wie Samen sein, die in der individualistischen Gesellschaft sich ein Gefühl für Gemeinschaft und Gerechtigkeit bewahren.  

Christoph Thiel